Silvester-Vorsätze

Dezember 2017

Von lost places und sinnvoller Müll-Trennung

„Verlassene Orte“ - das ist die korrekte Übersetzung von „lost places“. Nicht nur für Geocacher sind lost places wahre Sehenswürdigkeiten. Man sucht und findet verlassene Häuser, Bauernhöfe, ganze Ortschaften und hat die Möglichkeit, Vergangenheit sinnlich zu erfahren. Malt sich aus, wie es hier einmal ausgesehen hat, was dort einmal geschehen sein mag…

Jeder von uns kennt „lost places“ im eigenen Leben. Verlassene Orte bzw. Situationen, die man schon einmal erlebt hat, Menschen, die einmal wichtig waren, aber jetzt ihre Bedeutung verloren haben. Vielleicht kosten sie nur noch Kraft… Oder es sind Verhaltensweisen, die man schon einmal durchlebt hat, die aber heute nur mehr belasten. Und die man immer wieder durchlebt; aus reiner Gewohnheit, aber ohne Sinn… ohne Gewinn.

Gewohnheit macht den Mensch zum Tier

Wir Menschen haben die Gewohnheit, Verhalten zu wiederholen - egal, ob das Verhalten sich als produktiv oder kontraproduktiv herausgestellt hat. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb macht es - gerade zum Jahreswechsel - Sinn, zu entrümpeln. Wortwörtlich sich von Müll zu trennen. Altes verabschieden, um Platz für Neues zu schaffen.

Ich lade dich ein auf eine andere Art des Silvester-Vorsatzes. Nimm dir einen Zettel, 15 Minuten Zeit, und beantworte folgende drei Fragen:

  1. Mit welchen Tätigkeiten will ich meine Lebenszeit nicht mehr totschlagen?
  2. Welche Verhaltensweisen will ich nicht mehr wiederholen?
  3. Welche Kontakte/ Beziehungen will ich in der derzeitigen Form nicht weiter pflegen?

Lost and Found

Lost Places sind keine sinnlosen Orte. Es sind Orte der Vergangenheit, die einmal ihren Sinn gehabt haben, die nützlich waren. Jetzt aber können sie neu gestaltet werden, um deiner heutigen Welt besser gerecht zu werden. Der erste Schritt dazu ist das Erkennen der eigenen inneren Lost Places und die dargestellte Technik der „inneren Müll-Trennung“ . Ausmisten und gezielte Müll-Trennung ist die Basis dafür, dass Neues entstehen kann, so wie das Abwerfen von Ballast einen Ballon zu neuen Höhenflügen bringt. Ein gutes Neues Jahr!

Visionen entstehen durch Träume - und Träume entstehen durch Loslassen.

PS.: Tipp für die 3 schönsten Lost Places in der Steiermark:

  1. Von Leoben nach Norden gelangt man zu den Relikten des Seegraben, dem ältesten Kohlenbergbaugebiet Österreichs (1964 geschlossen). Hier wurde - übrigens sehr aktuell - der 8-Stunden-Arbeitstag eingeführt. Über den Kamm gelangt man Richtung Trofaiach zum Tollinggraben. Besonders eindrucksvoll sind hier - neben überwachsenen Resten alter Kohlebergwerke - die Spuren eines zerfallenen Feriendorfes für betuchte Kinder der 30er und 40er Jahre (zerfallenes Kinderheim, Spital, Schulgebäude mitsamt original „deutscher“ Tannenberg-Aufschriften). Achtung: Einsturzgefahr.
  2. Nordwestlich des Stoderzinken befindet sich die sehenswerte Notgasse - nur zu Fuß bei etwa 90 minütigem Fußweg erreichbar - mit mittelalterlichen Steingraffiti (bis ins Jahr 800 n.Chr. rekonstruierbar). Reisende, Bauern und Wilderer haben hier Symbole und „Cartoons“ in den Fels einer trockenen 800m Karst-Klamm mit bis zu 60m hohen Felswänden eingeritzt.
  3. Der dritte Geheimtipp ist das Ruinendorf von Glashütte nordwestlich von Soboth. Einst war das auf einer großen Waldlichtung gelegene Bergdorf für die Glasproduktion ein bedeutender Standpunkt, wie die Schaustücke in der Burg Deutschlandberg belegen. Heute sieht man Steinruinen von Öfen, Werkgebäuden und Wohnhäusern, in denen einst mehrere 1000 Einwohner lebten; und zwischendurch einige moderne Bauernhöfe und Wohnhäuser….

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